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LIGHT VERSE

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Joachim Ringelnatz: Zimmermädchen

 

Zimmermädchen

Die Zimmermädchen der Hotels,
Die meine Betten schlagen und dann glätten,

Ach wenn sie doch ein wenig Ahnung hätten
Vom Unterschiede zwischen Polster und Fels.

Ach wüßtet ihr, wie süß ihr für mich ausseht
Im Arbeitskleid, ihr Engel der Hotels!

Wenn wirklich eine heimlich mit mir ausgeht,
Dann trägt sie Seide und trägt sogar Pelz,
Sei’s auch nur Wunderwandlung Hasenfells.

Dann im Café krümmt ihr beim Tasseheben
Den kleinen, roten Finger nach Manier.

Und du merkst nicht, wie gern ich doch mit dir
Oft eine Stunde möchte unmanierlich leben.

Und würde dann – nebst Geld – als Souvenir
Ein schließend, stilles, zartes Streicheln geben.

Und würdet ihr dies Streicheln doch nicht spüren.
Denn ihr bedient nur Nummern an den Türen.

Und wenn sie schlichte Ehre eng verschließen,
Dann dienen sie, da andere genießen.

Hab ich euch tausendmal in Korridoren
Heiß zugesehn und heiser angesehn,

Was ich erträumte, war voraus verloren.
Denn meine Liebe könnt ihr nicht verstehn.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Zimmermädchen

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Bobby Parker: Working Class Voodoo

Bobby Parker’s Working Class Voodoo is an enterprise of dark metaphysics which exists in the same tradition as Thomas de Quincey and Elizabeth Bishop.

Punishing, plaintive, improper, vitally comic, Parker employs a vibrato narrative deeply concerned with the cost of both journey and arrival, with the irresistible darkness of both humour and tragedy in contrast and counter to one another. In poems which push at questions of contemporary masculinity, of the domestic and of the bonds of family, our unreliability, our desires, our addictions and our weaknesses are both indulged and confronted. Yet where such commitment to the uncovering of artifice might be expected to provoke disdain,

Parker’s singing faith in human love is what these poems reveal. What is lost will be recovered, and what was thought impossible will be achieved, no matter the darkness, no matter the weight. Working Class Voodoo is a confessional and a challenge, and a swampy, seductive ride into the night.

Bobby Parker
Working Class Voodoo
Publisher: Offord Road Books
Poetry
Publ. 3 May 2018
Paperback
64pp
ISBN 978–1–999–93041–7
£10

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Joachim Ringelnatz: Aus meiner Kinderzeit

 

Aus meiner Kinderzeit

Vaterglückchen, Mutterschößchen,
Kinderstübchen, trautes Heim,
Knusperhexlein, Tantchen Rös’chen,
Kuchen schmeckt wie Fliegenleim.

Wenn ich in die Stube speie,
Lacht mein Bruder wie ein Schwein.
Wenn er lacht, haut meine Schwester,
Wenn sie haut, weint Mütterlein.

Wenn die weint, muß Vater fluchen.
Wenn er flucht, trinkt Tante Wein.
Trinkt sie Wein, schenkt sie mir Kuchen:
Wenn ich Kuchen kriege, muß ich spein.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Aus meiner Kinderzeit

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Joachim Ringelnatz: Ab Kopenhagen

 

 Ab Kopenhagen

Kein Kaviar, kein’ Kokosnuß,
Kein Obst noch Weinbergschnecken –
Am Tage, da ich reisen muß,
Da will mir nichts mehr schmecken.

Lebe wohl, du schönes Kopenhagen!
Wie ist das schlimm: Entbehrlich sein.
Was kümmert dich im Grunde mein
Schweres Herz und mein leerer Magen.

Der mein Gepäck zur Bahn gebracht,
Der Mann kennt keine Tränen.
Im Gegenteil: er grüßt und lacht
Vergnügt. So sind die Dänen.

Wie stets nach dreißig Tagen
Bricht eine neue Welt entzwei.
Mich hat ein Mädchen hier umgarnt,
Ein Wunderweib! – Vorbei! Vorbei!

Nun sitz ich still im Wagen.
Jedoch ich will nicht klagen.
Vor Taschendieben wird gewarnt.
Lebe wohl, du schönes Kopenhagen.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Ab Kopenhagen

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Joachim Ringelnatz: Seepferdchen

Joachim Ringelnatz
Seepferdchen

Als ich noch ein Seepferdchen war,
Im vorigen Leben,
Wie war das wonnig, wunderbar,
Unter Wasser zu schweben.

In den träumenden Fluten
Wogte, wie Güte, das Haar
Der zierlichsten aller Seestuten,
Die meine Geliebte war.

Wir senkten uns still oder stiegen,
Tanzten harmonisch umeinand,
Ohne Arm, ohne Bein, ohne Hand,
Die Wolken sich in Wolken wiegen.

Sie spielte manchmal graziöses Entfliehn,
Auf daß ich ihr folge, sie hasche,
Und legte mir einmal im Ansichziehn
Eierchen in die Tasche.

Sie blickte traurig und stellte sich froh,
Schnappte nach einem Wasserfloh
Und ringelte sich
An einem Stengelchen fest und sprach so:

Ich liebe dich!
Du wieherst nicht, du äpfelst nicht,
Du trägst ein farbloses Panzerkleid
Und hast ein bekümmertes altes Gesicht,

Als wüßtest du um kommendes Leid.
Seestütchen! Schnörkelchen! Ringelnaß!
Wann war wohl das?

Und wer bedauert wohl später meine restlichen Knochen?
Es ist beinahe so, daß ich weine –
Lollo hat das vertrocknete, kleine
Schmerzverkrümmte Seepferd zerbrochen.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Seepferdchen

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Joachim Ringelnatz: Bumerang

 

Joachim Ringelnatz
Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Bumerang

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Joachim Ringelnatz: Aus der Vogelkunde

 

Joachim Ringelnatz
Aus der Vogelkunde

Ich spreche von Flugmaschinen.
Sie summen lauter als Bienen

Und sind eine Kreuzung von Taube,
Ente, Maikäfer und Schiffsschraube.

Sie nisten einzeln, paar- und gruppen-
Weise in Hallen und Schuppen.

Ich habe persönlich festgestellt:
Sie bringen lebendige Junge zur Welt,

Die wie Menschen aussehn,
Wenn sie aus ihnen herausgehn.

Auch legen sie Eier und brüten
Im Krieg. Zeus möge das künftig verhüten.

Ihre Nahrung sind Menschen, Koffer, Benzin
Und Zeitungen aus Berlin.

Sie sind über die ganze Welt
Verbreitet und sehr zahm auch in Freiheit.

Außerdem sind sie der Polizeiheit
Und der Zollbehördlichkeit unterstellt.

Volkstümlich nennt man sie schlechthin Maschinen.
Ich könnte Ihnen mit Näherem dienen,

Aber ich verlange dafür
Eine Flugzeugengebühr.

 

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Aus der Vogelkunde

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Joachim Ringelnatz: Trüber Tag

Joachim Ringelnatz
Trüber Tag

Zu Hause heulten die Frauen:
Das tote Kind sah aus wie Schnee.
Wir gingen, nur mein Bruder und ich, in See.
Dem Wetter war nicht zu trauen.
Wir fischten lauter Tränen aus dem Meer,
Das Netz war leer.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Trüber Tag

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Joachim Ringelnatz: Kuttel Daddeldu über Nobile

 

Joachim Ringelnatz
Kuttel Daddeldu
über Nobile

(Juli 1928)

So große Kerle gingen tot.
Gott weiß, was fern in höchster Not
Noch heute kämpft, vom Eis umklammert,
Für dieses Großmaul, das jetzt jammert
Um seinen angequetschten Zeh.

Wann hat ein Captain je in See
Als Erster seine Crew verlassen?!
Dem möcht ich in die Kiemen fassen!

Ach, daß sie den gerettet haben!
Er müßte, tief ins Eis gegraben,
Mit einem Lorbeerstock im Hintern,
Solang die Welt steht, überwintern.

Verflucht, ich kann nicht richtig beten,
Doch hab ich eine solche Wut.
Gott sei zu Amundsen recht gut.
Und wenn mir Nobile begegnet,
Will ich ihm das Gedärm zerkneten
Und ihn und sein ihm teures Leben
An andre Fäuste weitergeben,
So, daß er Luft und Wasser segnet.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Kuttel Daddeldu über Nobile

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Joachim Ringelnatz: Großer Vogel

 

Joachim Ringelnatz
Großer Vogel
1933

Die Nachtigall ward eingefangen,
Sang nimmer zwischen Käfigstangen.

Man drohte, kitzelte und lockte.
Gall sang nicht. Bis man die Verstockte

In tiefsten Keller ohne Licht
Einsperrte. – Unbelauscht, allein

Dort, ohne Angst vor Widerhall,
Sang sie
Nicht – –,

Starb ganz klein
Als Nachtigall.

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Großer Vogel

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Joachim Ringelnatz: Logik

 

Joachim Ringelnatz
Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar,
Da trieb im Meer bei Norderney
Ein Suahelischnurrbarthaar. –
Die nächste Schiffsuhr wies auf drei.

Mir scheint da mancherlei nicht klar,
Man fragt doch, wenn man Logik hat,
Was sucht ein Suahelihaar
Denn nachts um drei am Kattegatt?

Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934)
Logik

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Edward Lear: The Jumblies

Edward Lear
The Jumblies

They went to sea in a Sieve, they did,
In a Sieve they went to sea:
In spite of all their friends could say,
On a winter’s morn, on a stormy day,
In a Sieve they went to sea!
And when the Sieve turned round and round,
And every one cried, `You’ll all be drowned!’
They called aloud, `Our Sieve ain’t big,
But we don’t care a button! we don’t care a fig!
In a Sieve we’ll go to sea!’
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

They sailed away in a Sieve, they did,
In a Sieve they sailed so fast,
With only a beautiful pea-green veil
Tied with a riband by way of a sail,
To a small tobacco-pipe mast;
And every one said, who saw them go,
`O won’t they be soon upset, you know!
For the sky is dark, and the voyage is long,
And happen what may, it’s extremely wrong
In a Sieve to sail so fast!’
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

The water it soon came in, it did,
The water it soon came in;
So to keep them dry, they wrapped their feet
In a pinky paper all folded neat,
And they fastened it down with a pin.
And they passed the night in a crockery-jar,
And each of them said, `How wise we are!
Though the sky be dark, and the voyage be long,
Yet we never can think we were rash or wrong,
While round in our Sieve we spin!’
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

And all night long they sailed away;
And when the sun went down,
They whistled and warbled a moony song
To the echoing sound of a coppery gong,
In the shade of the mountains brown.
`O Timballo! How happy we are,
When we live in a Sieve and a crockery-jar,
And all night long in the moonlight pale,
We sail away with a pea-green sail,
In the shade of the mountains brown!’
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

They sailed to the Western Sea, they did,
To a land all covered with trees,
And they bought an Owl, and a useful Cart,
And a pound of Rice, and a Cranberry Tart,
And a hive of silvery Bees.
And they bought a Pig, and some green Jack-daws,
And a lovely Monkey with lollipop paws,
And forty bottles of Ring-Bo-Ree,
And no end of Stilton Cheese.
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

And in twenty years they all came back,
In twenty years or more,
And every one said, `How tall they’ve grown!
For they’ve been to the Lakes, and the Torrible Zone,
And the hills of the Chankly Bore!’
And they drank their health, and gave them a feast
Of dumplings made of beautiful yeast;
And every one said, `If we only live,
We too will go to sea in a Sieve,—
To the hills of the Chankly Bore!’
Far and few, far and few,
Are the lands where the Jumblies live;
Their heads are green, and their hands are blue,
And they went to sea in a Sieve.

Edward Lear (1812 – 1888)
The Jumblies
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