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Ludwig Bechstein: Das Märchen vom Ritter Blaubart

Das Märchen vom Ritter Blaubart

Es war einmal ein gewaltiger Rittersmann, der hatte viel Geld und Gut, und lebte auf seinem Schlosse herrlich und in Freuden. Er hatte einen blauen Bart, davon man ihn nur Ritter Blaubart nannte, obschon er eigentlich anders hieß, aber sein wahrer Name ist verloren gegangen.

Dieser Ritter hatte sich schon mehr als einmal verheiratet, allein man hätte gehört, daß alle seine Frauen schnell nacheinander gestorben seien, ohne daß man eigentlich ihre Krankheit erfahren hatte. Nun ging Ritter Blaubart abermals auf Freiersfüßen, und da war eine Edeldame in seiner Nachbarschaft, die hatte zwei schöne Töchter und einige ritterliche Söhne, und diese Geschwister liebten einander sehr zärtlich. Als nun Ritter Blaubart die eine dieser Töchter heiraten wollte, hatte keine von beiden rechte Lust, denn sie fürchteten sich vor des Ritters blauem Bart, und mochten sich auch nicht gern voneinander trennen. Aber der Ritter lud die Mutter, die Töchter und die Brüder samt und sonders auf sein großes schönes Schloß zu Gaste, und verschaffte ihnen dort so viel angenehmen Zeitvertreib und so viel Vergnügen durch Jagden, Tafeln, Tänze, Spiele und sonstige Freudenfeste, daß sich endlich die jüngste der Schwestern ein Herz faßte, und sich entschloß, Ritter Blaubarts Frau zu werden. Bald darauf wurde auch die Hochzeit mit vieler Pracht gefeiert.

Nach einer Zeit sagte der Ritter Blaubart zu seiner jungen Frau: »Ich muß verreisen, und übergebe dir die Obhut über das ganze Schloß, Haus und Hof, mit allem, was dazu gehört. Hier sind auch die Schlüssel zu allen Zimmern und Gemächern, in alle diese kannst du zu jeder Zeit eintreten. Aber dieser kleine goldne Schlüssel schließt das hinterste Kabinett am Ende der großen Zimmerreihe. In dieses, meine Teure, muß ich dir verbieten zu gehen, so lieb dir meine Liebe und dein Leben ist. Würdest du dieses Kabinett öffnen, so erwartet dich die schrecklichste Strafe der Neugier. Ich müßte dir dann mit eigner Hand das Haupt vom Rumpfe trennen!« – Die Frau wollte auf diese Rede den kleinen goldnen Schlüssel nicht annehmen, indes mußte sie dies tun, um ihn sicher aufzubewahren, und so schied sie von ihrem Mann mit dem Versprechen, daß es ihr nie einfallen werde, jenes Kabinett aufzuschließen und es zu betreten.

Als der Ritter fort war, erhielt die junge Frau Besuch von ihrer Schwester und ihren Brüdern, die gerne auf die Jagd gingen; und nun wurden mit Lust alle Tage die Herrlichkeiten in den vielen vielen Zimmern des Schlosses durchmustert, und so kamen die Schwestern auch endlich an das Kabinett. Die Frau wollte, obschon sie selbst große Neugierde trug, durchaus nicht öffnen, aber die Schwester lachte ob ihrer Bedenklichkeit, und meinte, daß Ritter Blaubart darin doch nur aus Eigensinn das Kostbarste und Wertvollste von seinen Schätzen verborgen halte. Und so wurde der Schlüssel mit einigem Zagen in das Schloß gesteckt, und da flog auch gleich mit dumpfem Geräusch die Türe auf, und in dem sparsam erhellten Zimmer zeigten sich – ein entsetzlicher Anblick! – die blutigen Häupter aller früheren Frauen Ritter Blaubarts, die ebensowenig, wie die jetzige, dem Drang der Neugier hatten widerstehen können, und die der böse Mann alle mit eigner Hand enthauptet hatte. Vom Tod geschüttelt, wichen jetzt die Frauen und ihre Schwester zurück; vor Schreck war der Frau der Schlüssel entfallen, und als sie ihn aufhob, waren Blutflecke daran, die sich nicht abreiben ließen, und ebensowenig gelang es, die Türe wieder zuzumachen, denn das Schloß war bezaubert, und indem verkündeten Hörner die Ankunft Berittner vor dem Tore der Burg. Die Frau atmete auf und glaubte, es seien ihre Brüder, die sie von der Jagd zurück erwartete, aber es war Ritter Blaubart selbst, der nichts Eiligeres zu tun hatte, als nach seiner Frau zu fragen, und als diese ihm bleich, zitternd und bestürzt entgegentrat, so fragte er nach dem Schlüssel; sie wollte den Schlüssel holen und er folgte ihr auf dem Fuße, und als er die Flecken am Schlüssel sah, so verwandelten sich alle seine Geberden, und er schrie: »Weib, du mußt nun von meinen Händen sterben! Alle Gewalt habe ich dir gelassen! Alles war dein! Reich und schön war dein Leben! Und so gering war deine Liebe zu mir, du schlechte Magd, daß du meine einzige geringe Bitte, meinen ernsten Befehl nicht beachtet hast? Bereite dich zum Tode! Es ist aus mit dir!«

Voll Entsetzen und Todesangst eilte die Frau zu ihrer Schwester, und bat sie, geschwind auf die Turmzinne zu steigen und nach ihren Brüdern zu spähen, und diesen, sobald sie sie erblicke, ein Notzeichen zu geben, während sie sich auf den Boden warf, und zu Gott um ihr Leben flehte. Und dazwischen rief sie: »Schwester! Siehst du noch niemand!« – »Niemand!« klang die trostlose Antwort. – »Weib! komm herunter!« schrie Ritter Blaubart, »deine Frist ist aus!«

»Schwester! siehst du niemand?« schrie die Zitternde. »Eine Staubwolke – aber ach, es sind Schafe!« antwortete die Schwester. – »Weib! komm herunter, oder ich hole dich!« schrie Ritter Blaubart.

»Erbarmen! Ich komme ja sogleich! Schwester! siehst du niemand?« – »Zwei Ritter kommen zu Roß daher, sie sahen mein Zeichen, sie reiten wie der Wind.« –

»Weib! Jetzt hole ich dich!« donnerte Blaubarts Stimme, und da kam er die Treppe herauf. Aber die Frau gewann Mut, warf ihre Zimmertüre ins Schloß, und hielt sie fest, und dabei schrie sie samt ihrer Schwester so laut um Hülfe, wie sie beide nur konnten. Indessen eilten die Brüder wie der Blitz herbei, stürmten die Treppe hinauf und kamen eben dazu, wie Ritter Blaubart die Türe sprengte und mit gezücktem Schwert in das Zimmer drang. Ein kurzes Gefecht und Ritter Blaubart lag tot am Boden. Die Frau war erlöst, konnte aber die Folgen ihrer Neugier lange nicht verwinden.

Ludwig Bechstein
(1801 – 1860)
Das Märchen vom Ritter Blaubart
Sämtliche Märchen

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Guillaume Apollinaire: Con Large Comme Un Estuaire

 

Con Large Comme Un Estuaire

Con large comme un estuaire
Où meurt mon amoureux reflux
Tu as la saveur poissonnière
l’odeur de la bite et du cul
La fraîche odeur trouduculière
Femme ô vagin inépuisable
Dont le souvenir fait bander
Tes nichons distribuent la manne
Tes cuisses quelle volupté
même tes menstrues sanglantes
Sont une liqueur violente
La rose-thé de ton prépuce
Auprès de moi s’épanouit
On dirait d’un vieux boyard russe
Le chibre sanguin et bouffi
Lorsqu’au plus fort de la partouse
Ma bouche à ton noeud fait ventouse.

Guillaume Apollinaire
(1880 – 1918)
Con Large Comme Un Estuaire

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Aria Aber: Hard Damage. Poetry

Hard Damage works to relentlessly interrogate the self and its shortcomings. In lyric and documentary poems and essayistic fragments, Aria Aber explores the historical and personal implications of Afghan American relations.

Drawing on material dating back to the 1950s, she considers the consequences of these relations—in particular the funding of the Afghan mujahedeen, which led to the Taliban and modern-day Islamic terrorism—for her family and the world at large.

Invested in and suspicious of the pain of family and the shame of selfhood, the speakers of these richly evocative and musical poems mourn the magnitude of citizenship as a state of place and a state of mind. While Hard Damage is framed by free-verse poetry, the middle sections comprise a lyric essay in fragments and a long documentary poem. Aber explores Rilke in the original German, the urban melancholia of city life, inherited trauma, and displacement on both linguistic and environmental levels, while employing surrealist and eerily domestic imagery.

  One hears everything here, where the landscape
  is a clean knife, slicing the mute—just a cat
  wiping its face, roofs with snow for weeks, ice
  falling from fir trees like books pushed off a shelf.

“The book is an academic asset. It is fine literature, from beyond the borders of the English-speaking sensibilities. Students of literature, political science, sociology, foreign affairs, and many other disciplines can benefit from Hard Damage…” – NY Journal of Books

Aria Aber was raised in Germany, where she was born to Afghan refugees. Her debut book Hard Damage won the Prairie Schooner Book Prize in Poetry and will be published in September 2019. Her poems are forthcoming or have appeared in The New Yorker, New Republic, Kenyon Review, The Yale Review, Poem-A-Day, Narrative, Muzzle Magazine, Wasafiri and others. A graduate from the NYU MFA in Creative Writing, where she was the Writers in Public Schools Fellow, she holds awards and fellowships from Kundiman and Dickinson House and was the 2018-2019 Ron Wallace Poetry Fellow at the Wisconsin Institute of Creative Writing. She’s currently based in Berlin and is at work on her second book.

Aria Aber (Author)
Hard Damage
Poetry
Series: Prairie Schooner Book Prize in Poetry
Paperback
126 pages
Publisher: University of Nebraska Press
2019
Language: English
ISBN-10: 1496215702
ISBN-13: 978-1496215703
Product Dimensions:
6 x 0.3 x 9 inches
$17.95

# new books
Aria Aber:
Hard Damage
Poetry

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Sophie d’Arbouville: Le Poète

 

Le Poète
ODE
(Couronnée aux jeux floraux)

Des longs ennuis du jour quand le soir me délivre,
Poète aux chants divins, j’ouvre en rêvant ton livre,
Je me recueille en toi, dans l’ombre et loin du bruit ;
De ton monde idéal, j’ose aborder la rive :
Tes chants que je répète, à mon âme attentive
Semblent plus purs la nuit !

Mais qu’il reste caché, ce trouble de mon âme,
De moi rien ne t’émeut, ni louange, ni blâme.
Quelques hivers à peine ont passé sur mon front…
Et qu’importe à ta muse, en tous lieux adorée,
Qu’au sein de ses foyers une femme ignorée
S’attendrisse à ton nom !

Qui te dira qu’aux sons de ta lyre sublime,
À ses accords divins, ma jeune âme s’anime,
Laissant couler ensemble et ses vers et ses pleurs ?
Quand près de moi ta muse un instant s’est posée,
Je chante…. ainsi le ciel, en versant sa rosée,
Entr’ouvre quelques fleurs.

Poètes ! votre sort est bien digne d’envie.
Le Dieu qui nous créa vous fit une autre vie,
L’horizon ne sert point de limite à vos yeux,
D’un univers plus grand vous sondez le mystère,
Et quand, pauvres mortels, nous vivons sur la terre,
Vous vivez dans les cieux !

Et si, vous éloignant des voûtes éternelles,
Vous descendez vers nous pour reposer vos ailes,
Notre monde à vos yeux se dévoile plus pur ;
L’hiver garde des fleurs, les bois un vert feuillage,
La rose son parfum, les oiseaux leur ramage,
Et le ciel son azur.

Si Dieu, vous révélant les maux de l’existence,
Au milieu de vos chants fait naître la souffrance,
Votre âme, en sa douleur poursuivant son essor,
Comme au temps des beaux jours vibre dans ses alarmes ;
Le monde s’aperçoit, quand vous montrez vos larmes,
Que vous chantez encor !

Le malheur se soumet aux formes du génie,
En passant par votre âme, il devient harmonie.
Votre plainte s’exhale en sons mélodieux.
L’ouragan qui, la nuit, rugit et se déchaîne,
S’il rencontre en son cours la harpe éolienne,
Devient harmonieux.

Moi, sur mes jeunes ans j’ai vu gronder l’orage,
Le printemps fut sans fleurs, et l’été, sans ombrage ;
Aucun ange du ciel n’a regardé mes pleurs.
Que ne puis-je, changeant l’absinthe en ambroisie,
Comme vous, aux accords d’un chant de poésie
Endormir mes douleurs !

À notre âme, ici-bas , il n’est rien qui réponde ;
Poètes inspirés, montrez-nous votre monde !
À ce vaste désert, venez nous arracher.
Pour le divin banquet votre table se dresse…
Oh ! laissez, de la coupe où vous puisez l’ivresse,
Mes lèvres s’approcher !

Oui, penchez jusqu’à moi voire main que j’implore ;
Votre coupe est trop loin, baissez, baissez encore !…
Répandez dans mes vers l’encens inspirateur.
Pour monter jusqu’à vous, mon pied tremble et chancelle…
Poètes ! descendez, et portez sur votre aile
Une timide sœur !

Sophie d’Arbouville
(1810-1850)
Le Poète. Ode
Poésies et nouvelles (1840)

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Ludwig Bechstein: Siebenschön (Märchen)

Siebenschön

Es waren einmal in einem Dorfe ein paar arme Leute, die hatten ein kleines Häuschen und nur eine einzige Tochter, die war wunderschön und gut über alle Maßen. Sie arbeitete, fegte, wusch, spann und nähte für sieben, und war so schön wie sieben zusammen, darum ward sie Siebenschön geheißen. Aber weil sie ob ihrer Schönheit immer von den Leuten angestaunt wurde, schämte sie sich, und nahm sonntags, wenn sie in die Kirche ging – denn Siebenschön war auch frömmer wie sieben andre, und das war ihre größte Schönheit – einen Schleier vor ihr Gesicht.

So sah sie einstens der Königssohn, und hatte seine Freude über ihre edle Gestalt, ihren herrlichen Wuchs, so schlank wie eine junge Tanne, aber es war ihm leid, daß er vor dem Schleier nicht auch ihr Gesicht sah, und fragte seiner Diener einen: »Wie kommt es, daß wir Siebenschöns Gesicht nicht sehen?« – »Das kommt daher« – antwortete der Diener: »weil Siebenschön so sittsam ist.« Darauf sagte der Königssohn: »Ist Siebenschön so sittsam zu ihrer Schönheit, so will ich sie lieben mein lebenlang und will sie heiraten. Gehe du hin und bringe ihr diesen goldnen Ring von mir und sage ihr, ich habe mit ihr zu reden, sie solle abends zu der großen Eiche kommen.« Der Diener tat wie ihm befohlen war, und Siebenschön glaubte, der Königssohn wolle ein Stück Arbeit bei ihr bestellen, ging daher zur großen Eiche und da sagte ihr der Prinz, daß er sie lieb habe um ihrer großen Sittsamkeit und Tugend willen, und sie zur Frau nehmen wolle; Siebenschön aber sagte: »Ich bin ein armes Mädchen und du bist ein reicher Prinz, dein Vater würde sehr böse werden, wenn du mich wolltest zur Frau nehmen.

« Der Prinz drang aber noch mehr in sie, und da sagte sie endlich, sie wolle sich’s bedenken, er solle ihr ein paar Tage Bedenkzeit gönnen. Der Königssohn konnte aber unmöglich ein paar Tage warten, er schickte schon am folgenden Tage Siebenschön ein Paar silberne Schuhe und ließ sie bitten, noch einmal unter die große Eiche zu kommen. Da sie nun kam, so fragte er schon, ob sie sich besonnen habe? sie aber sagte, sie habe noch keine Zeit gehabt sich zu besinnen, es gebe im Haushalt gar viel zu tun, und sie sei ja doch ein armes Mädchen und er ein reicher Prinz, und sein Vater werde sehr böse werden, wenn er, der Prinz, sie zur Frau nehmen wolle. Aber der Prinz bat von neuem und immermehr, bis Siebenschön versprach, sich gewiß zu bedenken und ihren Eltern zu sagen, was der Prinz im Willen habe. Als der folgende Tag kam, da schickte der Königssohn ihr ein Kleid, das war ganz von Goldstoff, und ließ sie abermals zu der Eiche bitten.

Aber als nun Siebenschön dahin kam, und der Prinz wieder fragte, da mußte sie wieder sagen und klagen, daß sie abermals gar zu viel und den ganzen Tag zu tun gehabt, und keine Zeit zum Bedenken, und daß sie mit ihren Eltern von dieser Sache auch noch nicht habe reden können, und wiederholte auch noch einmal, was sie dem Prinzen schon zweimal gesagt hatte, daß sie arm, er aber reich sei, und daß er seinen Vater nur erzürnen werde. Aber der Prinz sagte ihr, das alles habe nichts auf sich, sie solle nur seine Frau werden, so werde sie später auch Königin, und da sie sah, wie aufrichtig der Prinz es mit ihr meinte, so sagte sie endlich ja, und kam nun jeden Abend zu der Eiche und zu dem Königssohne – auch sollte der König noch nichts davon erfahren. Aber da war am Hofe eine alte häßliche Hofmeisterin, die lauerte dem Königssohn auf, kam hinter sein Geheimnis und sagte es dem Könige an. Der König ergrimmte, sandte Diener aus und ließ das Häuschen, worin Siebenschöns Eltern wohnten, in Brand stecken, damit sie darin anbrenne. Sie tat dies aber nicht, sie sprang als sie das Feuer merkte heraus und alsbald in einen leeren Brunnen hinein, ihre Eltern aber, die armen alten Leute verbrannten in dem Häuschen.

Da saß nun Siebenschön drunten im Brunnen und grämte sich und weinte sehr, konnt’s aber zuletzt doch nicht auf die Länge drunten im Brunnen aushalten, krabbelte herauf, fand im Schutt des Häuschens noch etwas Brauchbares, machte es zu Geld und kaufte dafür Mannskleider, ging als ein frischer Bub an des Königs Hof und bot sich zu einem Bedienten an. Der König fragte den jungen Diener nach dem Namen, da erhielt er die Antwort: »Unglück!« und dem König gefiel der junge Diener also wohl, daß er ihn gleich annahm, und auch bald vor allen andern Dienern gut leiden konnte.

Als der Königssohn erfuhr, daß Siebenschöns Häuschen verSiebenschönbrannt war, wurde er sehr traurig, glaubte nicht anders, als Siebenschön sei mit verbrannt, und der König glaubte[180] das auch, und wollte haben, daß sein Sohn nun endlich eine Prinzessin heirate, und mußte dieser nun eines benachbarten Königs Tochter freien. Da mußte auch der ganze Hof und die ganze Dienerschaft mir zur Hochzeit ziehen, und für Unglück war das am traurigsten, es lag ihm wie ein Stein auf dem Herzen. Er ritt auch mit hintennach der Letzte im Zuge, und sang wehklagend mit klarer Stimme:

»Siebenschön war ich genannt,
Unglück ist mir jetzt bekannt.«

Das hörte der Prinz von weitem, und fiel ihm auf und hielt und fragte: »Ei wer singt doch da so schön?« – »Es wird wohl mein Bedienter, der Unglück sein«, antwortete der König, »den ich zum Diener angenommen habe.« Da hörten sie noch einmal den Gesang:

»Siebenschön war ich genannt,
Unglück ist mir jetzt bekannt.«

Da fragte der Prinz noch einmal, ob das wirklich niemand anders sei, als des Königs Diener? und der König sagte er wisse es nicht anders.

Als nun der Zug ganz nahe an das Schloß der neuen Braut kam, erklang noch einmal die schöne klare Stimme:

»Siebenschon war ich genannt,
Unglück ist mir jetzt bekannt.«

Jetzt wartete der Prinz keinen Augenblick länger, er spornte sein Pferd und ritt wie ein Offizier längs des ganzen Zugs in gestrecktem Galopp hin, bis er an Unglück kam, und Siebenschön erkannte. Da nickte er ihr freundlich zu und jagte wieder an die Spitze des Zuges, und zog in das Schloß ein. Da nun alle Gäste und alles Gefolge im großen Saal versammelt war und die Verlobung vor sich gehen sollte, so sagte der Prinz zu seinem künftigen Schwiegervater: »Herr König, ehe ich mit Eurer Prinzessin Tochter mich feierlich verlobe, wollet mir erst ein kleines Rätsel lösen. Ich besitze einen schönen Schrank, dazu verlor ich vor einiger Zeit den Schlüssel, kaufte mir also einen neuen; bald darauf fand ich den alten wieder, jetzt saget mir Herr König, wessen Schlüssel ich mich bedienen soll?« – »Ei natürlich des alten wieder!« antwortete der König, »das Alte soll man in Ehren halten, und es über Neuem nicht hintansetzen.« – »Ganz wohl Herr König«, antwortete nun der Prinz, »so zürnt mir nicht, wenn ich Eure Prinzessin Tochter nicht freien kann, sie ist der neue Schlüssel, und dort steht der alte.« Und nahm Siebenschön an der Hand und führte sie zu seinem Vater, indem er sagte: »Siehe Vater, das ist meine Braut.« Aber der alte König rief ganz erstaunt und erschrocken aus: »Ach lieber Sohn, das ist ja Unglück, mein Diener!« – Und viele Hofleute schrieen: »Herr Gott, das ist ja ein Unglück!« – »Nein!« sagte der Königssohn, »hier ist gar kein Unglück, sondern hier ist Siebenschön, meine liebe Braut.« Und nahm Urlaub von der Versammlung und führte Siebenschön als Herrin und Frau auf sein schönstes Schloß.

Ludwig Bechstein
(1801 – 1860)
Siebenschön
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Emilienne d’Alençon: Elégie

 

 Elégie

L’allée est ténébreuse, et le ciel est mystique;
L’Aphrodita de marbre étend son beau corps nu,
Le gazon est humide et luisant, il a plu…
Sur le gravier s’allonge une ombre fantastique.

L’amour a, par moments, besoin de s’exiler;
Et c’est pourquoi, ce soir, plaisir ou délivrance,
Nous allons à pas lents, baignés dans du silence,
Rechercher la tendresse au jardin isolé.

Douceur de vivre à deux, un soir de lassitude!
O vivre près de toi! bonheur sans lendemain!
Tu m’aimes aujourd’hui – m’aimeras-tu demain?
Et mon soupir a, seul, troublé la solitude.

Cependant on perçoit un long pas, qui nous suit,
Propice à conserver l’illusison divine,
Un pas léger, un as flottant, que l’on devine:
C’est l’ombre de l’amour, dans l’ombre de la nuit.

Emilienne d’Alençon
(1869-1946)
Elégie

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Patricia Bouchenot-Déchin: Charles Perrault

Dans un bel essai biographique, Patricia Bouchenot-Déchin redonne vie à l’auteur de Peau d’âne et du Conte de ma mère l’Oye, en replaçant l’homme au coeur d’un milieu et d’un environnement de relations personnelles.

Il était une fois cinq frères liés comme les doigts d’une main… Le benjamin, Charles, les mène sur le chemin de la gloire. Et pourtant, après avoir été la cheville ouvrière de l’ambitieuse politique artistique de Louis XIV pendant vingt ans, il est brutalement évincé du pouvoir. L’académicien et écrivain polémiste, blessé, néanmoins toujours joueur, riposte et oppose des rêves fastueux à la réalité. Champion des Modernes contre les Anciens, il laisse paraître, au terme d’une vie bien remplie, ses contes – toujours aussi célèbres aujourd’hui – mais étrangement sous le seul nom de son fils.

Dans une biographie pleine d’allant et riche en inédits, Patricia Bouchenot-Déchin révèle un homme complexe et fantasque. Son destin héroïque et tragique, façonné dans le miroir ardent de ses métamorphoses, s’apparente à celui d’un Petit Poucet devenu tour à tour Chat botté, prince charmant et Barbe bleue.

Patricia Bouchenot-Déchin a publié biographies, essais et romans. Ses travaux sur André Le Nôtre et sa biographie parue chez Fayard ont reçu de nombreux prix en Europe et aux États-Unis parmi lesquels, en France, le prix Hugues Capet 2013 et en 2014 le prix d’Académie de l’Académie française.

Charles Perrault
par Patricia Bouchenot-Déchin
2018
Pages: 360
Format: 135 x 215 mm
Collection: Histoire
FAYARD
EAN: 9782213705644
€ 21.90

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Charles Perrault
par Patricia Bouchenot-Déchin

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Hera Lindsay Bird: Pamper Me to Hell and Back (Poetry)

Selected by Carol Ann Duffy for Laureate’s Choice Love, death, Bruce Willis, public urination, being a woman, love, The Nanny, love. This pamphlet of poetry by Hera Lindsay Bird is a startling departure from her bestselling debut Hera Lindsay Bird by defying convention and remaining exactly the same, only worse.

This collection, which focusing on love, childish behaviours, 90’s celebrity references and being a woman is sure to confirm all your worst suspicions and prejudices. In a recent comments section on the Guardian, her work has been described as “This comment was removed by a moderator because it didn’t abide by our community standards. Replies may also be deleted. For more detail see our FAQs,” and “This comment was removed by a moderator because it didn’t abide by our community standards. Replies may also be deleted. For more detail see our FAQs.”

“Keats is dead so fuck me from behind
Slowly and with carnal purpose
Some black midwinter afternoon
While all the children are walking home from school
Peel my stockings down with your teeth
Coleridge is dead and Auden too”

Hera Lindsay Bird has a MA in poetry from Victoria University of Wellington, where she won the 2011 Adam Prize. Her work has been published by The Toast, The Hairpin, Sport, Hue & Cry, The Spinoff, The New Zealand Listener and Best New Zealand Poems. In 2017, she won the Jessie Mackay Best First Book Award for Poetry and the Sarah Broom Poetry Prize. She is currently living in Wellington.

Hera Lindsay Bird
Pamper Me to Hell and Back
English Poetry
Publisher: Smith/Doorstop Books/
Penguin Books Ltd
112 pages
ISBN-10: 1910367842
ISBN-13: 978-1910367841
NUR code 306
Paperback
$11.69

# new poetry
Hera Lindsay Bird
Pamper Me to Hell and Back

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Zaina Alsous, winner of the Norma Farber First Book Award

Announcing the 2020 Norma Farber Award winner, Zaina Alsous with A Theory of Birds (Poems)

Aina Alsous is the 2020 recipient of the Poetry Society of America’s Norma Farber Book Award for her book A Theory of Birds (University of Arkansas Press). The Norma Farber Book Award honors a first book of original poetry written by a living author.

The Judge was Matthew Shenoda. Matthew Shenoda’s Citation: In Zaina Alsous’ A Theory of Birds we are ushered into a re-calibration of the world, one intent on the eradication of that which has been oppressive and divisive. In these poems history unravels us in fragments, causing us to fold ourselves into a new definition of “self” and an unabashed rejection of our positions as “subjects.” The poems found here are an honest and open exploration of how we come into a sense of our own understanding in a postcolonial world. Alsous’ poems are driven by the asking, often posing sentient questions like “who translated kings and not birds?”; questions that cause us to think of redefinition. And while her poems are searing in their critiques of political, racial, and gendered domination, like all good artists she is poignant in her ability to implicate herself at every turn and help us break through the binaries we often use to define ourselves. Hers is an aesthetic of fragmentation as a collective piecing together. A Theory of Birds teaches us that the interior narratives, the often quiet things that make each of us whole, are the most essential.

Zaina Alsous is a prison abolitionist, a daughter of the Palestinian diaspora, and a movement worker in South Florida. Her poetry, reviews, and essays have been published in POETRY Magazine, The Kenyon Review, the New Inquiry, Adroit, and elsewhere. She edits for Scalawag Magazine, a publication dedicated to unsettling dominant narratives of the U.S. South. Her chapbook Lemon Effigies won the Rick Campbell Chapbook Prize and was published by Anhinga Press. Her first full-length collection A Theory of Birds won the Etel Adnan Poetry Prize, and was published by the University of Arkansas Press in the fall of 2019.

Every year the University of Arkansas Press, together with the Radius of Arab American Writers, awards the Etel Adnan Poetry Prize for a first or second book of poetry in English by a writer of Arab heritage. The series is edited by Hayan Charara and Fady Joudah and supported by the King Fahd Center for Middle East Studies at the University of Arkansas.

A Theory of Birds
Poems by Zaina Alsous
978-1-68226-104-0 (paper)
$16.95
70 pages
September 2019
University of Arkansas Press

 

“Inside the dodo bird is a forest, Inside the forest

a peach analog, Inside the peach analog a woman, Inside

the woman a lake of funerals”

 

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Guillaume Apollinaire: Crépuscule

 

Crépuscule

Frôlée par les ombres des morts
Sur l’herbe où le jour s’exténue
L’arlequine s’est mise nue
Et dans l’étang mire son corps

Un charlatan crépusculaire
Vante les tours que l’on va faire
Le ciel sans teinte est constellé
D’astres pâles comme du lait

Sur les tréteaux l’arlequin blême
Salue d’abord les spectateurs
Des sorciers venus de Bohême
Quelques fées et les enchanteurs

Ayant décroché une étoile
Il la manie à bras tendu
Tandis que des pieds un pendu
Sonne en mesure les cymbales

L’aveugle berce un bel enfant
La biche passe avec ses faons
Le nain regarde d’un air triste
Grandir l’arlequin trismégiste

Guillaume Apollinaire
(1880 – 1918)
Crépuscule

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Sophie d’Arbouville: Amour de jeune fille

 

Amour de jeune fille

Ma mère, quel beau jour ! tout brille, tout rayonne.
Dans les airs, l’oiseau chante et l’insecte bourdonne ;
Les ruisseaux argentés roulent sur les cailloux,
Les fleurs donnent au ciel leur parfum le plus doux.
Le lis s’est entr’ouvert ; la goutte de rosée,
Sur les feuilles des bois par la nuit déposée,
S’enfuyant à l’aspect du soleil et du jour,
Chancelle et tombe enfin comme des pleurs d’amour.
Les fils blancs et légers de la vierge Marie,
Comme un voile d’argent, volent sur la prairie :
Frêle tissu, pour qui mon souffle est l’aquilon,
Et que brise en passant l’aile d’un papillon.
Sous le poids de ses fruits le grenadier se penche,
Dans l’air, un chant d’oiseau nous vient de chaque branche ;
Jusqu’au soir, dans les cieux, le soleil brillera :
Ce jour est un beau jour !… Oh ! bien sûr, il viendra !

Il viendra… mais pourquoi ?… Sait-il donc que je l’aime ?
Sait-il que je l’attends, que chaque jour de même,
— Que ce jour soit celui d’hier ou d’aujourd’hui —
J’espère sa présence et ne songe qu’à lui ?
Oh ! non ! il ne sait rien. Qu’aurait-il pu comprendre !…
Les battements du cœur se laissent-ils entendre ?
Les yeux qu’on tient baissés, ont-ils donc un regard ?
Un sourire, dit-il qu’on doit pleurer plus tard ?

Que sait-on des pensers cachés au fond de l’âme !
La douleur qu’on chérit, le bonneur que l’on blâme ,
Au bal, qui les trahit ?… Des fleurs sont sur mon front,
À tout regard joyeux mon sourire répond ;
Je passe auprès de lui sans détourner la tête,
Sans ralentir mes pas…. et mon cœur seul s’arrête.
Mais qui peut voir le cœur ? qu’il soit amour ou fiel,
C’est un livre fermé, qui ne s’ouvre qu’au ciel !

Une fleur est perdue, au loin, dans la prairie,
Mais son parfum trahit sa présence et sa vie ;
L’herbe cache une source, et le chêne un roseau,
Mais la fraîcheur des bois révèle le ruisseau ;
Le long balancement d’un flexible feuillage
Nous dit bien s’il reçoit ou la brise ou l’orage ;
Le feu qu’ont étouffé des cendres sans couleur,
Se cachant à nos yeux, se sent par la chaleur ;
Pour revoir le soleil quand s’enfuit l’hirondelle,
Le pays qu’elle ignore est deviné par elle :
Tout se laisse trahir par l’odeur ou le son,
Tout se laisse entrevoir par l’ombre ou le rayon,
Et moi seule, ici-bas, dans la foule perdue,
J’ai passé près de lui sans qu’il m’ait entendue…
Mon amour est sans voix, sans parfum, sans couleur,
Et nul pressentiment n’a fait battre son cœur !

Ma mère, c’en est fait ! Le jour devient plus sombre ;
Aucun bruit, aucun pas, du soir ne trouble l’ombre.

Adieux à vous ! — à vous, ingrat sans le savoir !
Vous, coupable des pleurs que vous ne pouvez voir !
Pour la dernière fois, mon Ame déchirée
Rêva votre présence, hélas! tant désirée…
Plus jamais je n’attends. L’amour et l’abandon,
Du cœur que vous brisez les pleurs et le pardon,
Vous ignorerez tout !… Ainsi pour nous, un ange.
Invisible gardien, dans ce monde où tout change.
S’attache à notre vie et vole à nos côtés ;
Sous son voile divin nous sommes abrités,
Et jamais, cependant, on ne voit l’aile blanche
Qui, sur nos fronts baissés, ou s’entrouvre ou se penche.

Dans les salons, au bal, sans cesse, chaque soir,
En dansant près de vous, il me faudra vous voir ;
Et cependant, adieu… comme à mon premier rêve !
Tous deux, à votre insu, dans ce jour qui s’achève,
Nous nous serons quittés ! — Adieu, soyez heureux !…
Ma prière, pour vous, montera vers les Cieux :
Je leur demanderai qu’éloignant les orages,
Ils dirigent vos pas vers de riants rivages,
Que la brise jamais, devenant aquilon,
D’un nuage pour vous ne voile l’horizon ;
Que l’heure à votre gré semble rapide ou lente ;
Lorsque vous écoutez, que toujours l’oiseau chante ;
Lorsque vous regardez, que tout charme vos yeux,
Que le buisson soit vert, le soleil radieux ;
Que celle qui sera de votre cœur aimée,
Pour vous, d’un saint amour soit toujours animée !…
— Si parfois, étonné d’un aussi long bonheur,
Vous demandez à Dieu : « Mais pourquoi donc, Seigneur ? »
Il répondra peut-être : « Un cœur pour toi me prie…
Et sa part de bonheur, il la donne à ta vie ! »

Sophie d’Arbouville
(1810-1850)
Amour de jeune fille
Poésies et nouvelles (1840)

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Emilienne d’Alençon: Courtisane

Courtisane

Mes bras se sont ouverts et se sont refermés,
J’ai bu tous les poisons aux coupes exaltantes,
Et si c’est un péché d’avoir beaucoup aimé,
Je veux le premier rang parmi les pénitentes!

Les plaisirs de la chair, se sont sur moi, posés,
La lèvre m’a meurtrie et la dent m’a blessée,
Je porte avec orgueil la trace des baisers,
Je n’ai rien désiré que d’être caressée.

Je ne regrette pas les beaux soirs innocents,
La calme pureté des coeurs de jeunes filles,
Moi qui ne peux calmer la fièvre de mon sang,
Ni l’éclair de mes yeux, quand la voolupté brille.

De l’amour prodigué le long des jours passés,
Des baisers pénétrants, sur les lèvres que j’aime,
De ces morceaux de fleurs, entre mes doigts froissés,
J’ai fait un pur collier de perles et de gemmes.

Je porte fièrement ce mystique joyau,
Dont l’éternel éclat me brûle jusqu’à l’âme:
Moi; que l’amour aura marquée à mon berceau,
J’entraîne vers sa loi, le cortège des femmes.

Emilienne d’Alençon
(1869-1946)
Courtisane

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