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Schwermütig kam die Nacht …
Schwermütig kam die Nacht. Ich bin allein.
Rings wuchern Bücher, Möbel und Tapeten
Im gelben Licht der Lampe fremd und kalt.
Wie weh tun Sehnsucht, Nacht und Einsamsein!
Still möcht ich in dein junges Leben treten
Wie eine Wanderschaft durch einen grünen Wald.
Hans Ehrenbaum-Degele
(1889 – 1915)
Schwermütig kam die Nacht …
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Von des Daseins körperlicher Schwere …
Von des Daseins körperlicher Schwere
Überfallen, bedrückt und tief gehemmt,
Dürstet mein Gemüt nach einer Leere.
Draußen haben blasse Abendmeere
Straßen trüb und traurig überschwemmt.
Und die Stadt sinkt wie verwest und grau
In den Schoß der mütterlichen Nacht.
Tief in meiner Seele weint und wacht
Die Erinnerung an eine Frau,
An ein Lied, ein Buch, an Sonne, Blau,
An viel Not, an manche Lust und Pracht.
Schwach durchzittert vom Geläut der Qual
Treibt mein Tag in eine ernste Stille.
Dunklen Himmels glanzlose Pupille
Starrt durchs Fenster hoffnungsblind und fahl.
Hans Ehrenbaum-Degele
(1889 – 1915)
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Avondgeluiden
Er moeten witte hoeven achter de zoom staan
van de blauwe velden langs de maan
‘s avonds hoort gij aan de verre steenwegen
paardehoeven
dan hoort gij alles stille waan
van verre maanfonteinen zijpelt plots water
– gij hoort plots het zijpelen
van avondlik water –
de paarden drinken haastig
en hinniken
dan hoort men weer hun draven stalwaarts
.
Paul van Ostaijen
(1896 – 1928)
Avondgeluiden
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Melopee
Voor Gaston Burssens
Onder de maan schuift de lange rivier
Over de lange rivier schuift moede de maan
Onder de maan op de lange rivier schuift de kano naar zee
Langs het hoogriet
langs de laagwei
schuift de kano naar zee
schuift met de schuivende maan de kano naar zee
Zo zijn ze gezellen naar zee de kano de maan en de man
Waarom schuiven de maan en de man getweeën gedwee naar de zee
.
Paul van Ostaijen
(1896 – 1928)
Melopee
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Een schoon gezicht . . .
Een schoon gezicht heeft de dagblad-postiche
CREME LA NYMPHE
zij zou zeer schoon zijn indien
zij geen sproeten had
Hoe jammer wanneer een zo schone vrouw sproeten heeft
zomersproeten
zoals bij deze postiche het geval is
gebekt haar
de boog van de wenkbrauwen
en de lieve mond
en de volle wangen
en de kuiltjes
doch zoals gezegd
hoe jammer die zomersproeten
Nochtans heb je
CREME LA NYMPHE
hoofdapoteek bijhuizen overal verkrijgbaar
het jammer kan worden verwijderd
dank zij de hoofdapoteek en de bijhuizen
zijn er op de wereld geen sproeten meer
en u
allerschoonste met gekruld haar en verlokkelike lippen
u
die prijkt op de laatste bladzijde
van het laatste nieuws
kan ik beminnen
omdat gij dank de nimfezalf
voortaan zult zijn
zonder sproeten
of zomersproeten
Paul van Ostaijen
(1896 – 1928)
Een schoon gezicht . . .
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George Grosz
Manchmal spielen bunte Tränen
In seinen äschernen Augen.
Aber immer begegnen ihm Totenwagen,
Die verscheuchen seine Libellen.
Er ist aberglaubig–
–Ward unter einem großen Stern geboren–
Seine Schrift regnet,
Seine Zeichnung: Trüber Buchstabe.
Wie lange im Fluß gelegen,
Blähen seine Menschen sich auf.
Mysteriöse Verlorene mit Quappenmmäulern
Und verfaulten Seelen.
Fünf träumende Totenfahrer
Sind seine silbernen Finger.
Aber nirgendwo ein Licht im verirrten Märchen
Und doch ist er ein Kind,
Der Held aus dem Lederstrumpf
Mit dem Indianerstamm auf Duzfuß.
Sonst haßt er alle Menschen,
Sie bringen ihm Unglück.
Aber Georg Grosz liebt sein Mißgeschick
Wie einen anhänglichen Feind.
Und seine Traurigkeit ist dionysisch,
Schwarzer Champagner seine Klage.
Er ist ein Meer mit verhängtem Mond,
Sein Gott ist nur scheintot.
Else Lasker-Schüler
(1869 – 1945)
George Grosz
aus: Die Kuppel. Paul Cassirer, Berlin 1920
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Begegnung
Dein Gehen lächelt in mich über
Und
Reißt das Herz.
Das Nicken hakt und spannt.
Im Schatten deines Rocks
Verhaspelt
Schlingern
Schleudert
Klatscht!
Du wiegst und wiegst.
Mein Greifen haschet blind.
Die Sonne lacht!
Und
Blödes Zagen lahmet fort
Beraubt beraubt!
August Stramm
(1874-1915)
Begegnung, 1914
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Mondschein
Bleich und müde
Schmieg und weich
Kater duften
Blüten graunen
Wasser schlecken
Winde schluchzen
Schein entblößt die zitzen Brüste
Fühlen stöhnt in meine Hand.
August Stramm
(1874-1915)
Mondschein, 1914
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Schwermut
Schreiten Streben
Leben sehnt
Schauern Stehen
Blicke suchen
Sterben wächst
Das Kommen
Schreit!
Tief
Stummen
Wir.
August Stramm
(1874-1915)
Schwermut, 1914
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Schön
Wissen Tören
Wahr und Trügen
Mord Gebären
Sterben Sein
Weinen Jubeln
Haß Vergehen
Stark und Schwach
Unmöglich
Kann!
Dein Körper flammt!
Die Welt
Erlischt!
August Stramm
(1874-1915)
Schön, 1914
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Spiel
Deine Finger perlen
Und
Kollern Stoßen Necken Schmeicheln
Quälen Sinnen Schläfern Beben
Wogen um mich.
Die Kette reißt!
Dein Körper wächst empor!
Durch Lampenschimmer sinken deine Augen
Und schlurfen mich
Und
Schlürfen schlürfen
Dämmern
Brausen!
Die Wände tauchen!
Raum!
Nur
Du!
August Stramm
(1874-1915)
Spiel, 1914
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Fluch
Du sträubst und wehrst!
Die Brände heulen
Flammen
Sengen!
Nicht Ich
Nicht Du
Nicht Dich!
Mich!
Mich!
August Stramm
(1874-1915)
Fluch, 1914
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