In this category:

Or see the index

All categories

  1. CINEMA, RADIO & TV
  2. DANCE
  3. DICTIONARY OF IDEAS
  4. EXHIBITION – art, art history, photos, paintings, drawings, sculpture, ready-mades, video, performing arts, collages, gallery, etc.
  5. FICTION & NON-FICTION – books, booklovers, lit. history, biography, essays, translations, short stories, columns, literature: celtic, beat, travesty, war, dada & de stijl, drugs, dead poets
  6. FLEURSDUMAL POETRY LIBRARY – classic, modern, experimental & visual & sound poetry, poetry in translation, city poets, poetry archive, pre-raphaelites, editor's choice, etc.
  7. LITERARY NEWS & EVENTS – art & literature news, in memoriam, festivals, city-poets, writers in Residence
  8. MONTAIGNE
  9. MUSEUM OF LOST CONCEPTS – invisible poetry, conceptual writing, spurensicherung
  10. MUSEUM OF NATURAL HISTORY – department of ravens & crows, birds of prey, riding a zebra
  11. MUSEUM OF PUBLIC PROTEST- photos, texts, videos, street poetry
  12. MUSIC
  13. PRESS & PUBLISHING
  14. REPRESSION OF WRITERS, JOURNALISTS & ARTISTS
  15. STORY ARCHIVE – olv van de veestraat, reading room, tales for fellow citizens
  16. STREET POETRY
  17. THEATRE
  18. TOMBEAU DE LA JEUNESSE – early death: writers, poets & artists who died young
  19. ULTIMATE LIBRARY – danse macabre, ex libris, grimm and others, fairy tales, the art of reading, tales of mystery & imagination, sherlock holmes theatre, erotic poetry, the ideal woman
  20. ·




  1. Subscribe to new material:
    RSS     ATOM

Karl May

· KARL MAY: MEIN LIEBCHEN · KARL MAY: TROST · Karl May: Trost · Karl May: Mein Liebchen · Karl May Gedicht: Die wilde Rose

KARL MAY: MEIN LIEBCHEN

May_karl12

Karl May
(1842-1912)

Mein Liebchen

Wenn Sorge mich und Unmuth quälet,
Wenn mir’s an Moos im Beutel fehlet,
Wenn mich ein schwerer Kummer drückt,
Das Schicksal mich mit Pech beglückt:
Was ist es dann, wonach ich greife?
I nun! Die liebe Tabakspfeife!

Bei meinen Freuden, meinen Scherzen,
Beim Austausch gleichgesinnter Herzen,
In all’ den traulich frohen Stunden,
Die ich im Freundeskreis gefunden,
Bei meines Glück’s so seltner Reife
Ist stets um mich die liebe Pfeife.

Auf all’ den Reisen, die ich machte,
Wo die Natur mir freundlich lachte,
Auf all’ den einsam trauten Wegen,
Im Waldesgrün, wo ich gelegen,
In Feld und Flur, die ich durchstreife,
Begleitet mich die treue Pfeife.

Sie bleibt mir Braut durch’s ganze Leben;
Ja, sie in Adel zu erheben
Ist wohl ein Leichtes: Das Diplom
Schreibt sie sich selbst durch ihr Arom.
Sie heiße d’rum, ob man auch keife,
Von jetzt an: Edle von der Pfeife!

Karl May poetry
fleursdumal.nl magazine

More in: Archive M-N, Karl May


KARL MAY: TROST

May_karl11

Karl May
(1842-1912)

Trost

Horch, klopfte es nicht an die Pforte?
Wer naht, von Himmelsduft umrauscht?
Woher des Trostes süße Worte,
Auf die mein Herz voll Andacht lauscht?
Wer neigt, wenn alle Sterne sanken,
Mit mildem Licht und stiller Huld
Sich zu dem Staub- und Erdenkranken?
Es ist der Engel der Geduld.

»O laß den Gram nicht mächtig werden,
Du tiefbetrübtes Menschenkind!
Wiß’, daß die Leiden dieser Erden
Des Himmels beste Gaben sind
Und daß, wenn Sorgen Dich umwogen
Und Dich umhüllt des Zweifels Nacht,
Dort an dem glanzumfloss’nen Bogen
Ein treues Vaterauge wacht!«

»O laß Dir nicht zu Herzen steigen
Die langverhaltne Thränenfluth!
Wiß, daß grad in den schmerzensreichen
Geschicken tiefe Weisheit ruht,
Und daß, wenn sonst Dir Nichts verbliebe,
Die Hoffnung doch Dir immer lacht,
Da über Dich in ew’ger Liebe
Ein treues Vaterauge wacht!«

»O wolle nie Dich einsam fühlen!
Obgleich kein Aug’ sie wandeln sah,
Die sorgenheiße Stirn zu kühlen
Sind Himmelsboten immer da.
Wer gern dem eignen Herzen glaubte,
Der kennt des Pulses heilige Macht.
Drum wiß, das über Deinem Haupte
Ein treues Vaterauge wacht!«

»Drum füge Dich in Gottes Walten
Und trag Dein Leid getrost und still.
Es muß im Dunkel sich gestalten,
Was er zum Lichte führen will.
Dann bringt der Glaube reichen Segen,
Ob ihn der Zweifler auch verlacht,
Daß über allen Deinen Wegen
Ein treues Vaterauge wacht!«

Karl May poetry
fleursdumal.nl magazine

More in: Archive M-N, Karl May


Karl May: Trost

KarlMayoldshatterhand

Karl May

(1842-1912)

 

Trost

 

Horch, klopfte es nicht an die Pforte?

Wer naht, von Himmelsduft umrauscht?

Woher des Trostes süße Worte,

Auf die mein Herz voll Andacht lauscht?

Wer neigt, wenn alle Sterne sanken,

Mit mildem Licht und stiller Huld

Sich zu dem Staub- und Erdenkranken?

Es ist der Engel der Geduld.

»O laß den Gram nicht mächtig werden,

Du tiefbetrübtes Menschenkind!

Wiß’, daß die Leiden dieser Erden

Des Himmels beste Gaben sind

Und daß, wenn Sorgen Dich umwogen

Und Dich umhüllt des Zweifels Nacht,

Dort an dem glanzumfloss’nen Bogen

Ein treues Vaterauge wacht!«

»O laß Dir nicht zu Herzen steigen

Die langverhaltne Thränenfluth!

Wiß, daß grad in den schmerzensreichen

Geschicken tiefe Weisheit ruht,

Und daß, wenn sonst Dir Nichts verbliebe,

Die Hoffnung doch Dir immer lacht,

Da über Dich in ew’ger Liebe

Ein treues Vaterauge wacht!«

»O wolle nie Dich einsam fühlen!

Obgleich kein Aug’ sie wandeln sah,

Die sorgenheiße Stirn zu kühlen

Sind Himmelsboten immer da.

Wer gern dem eignen Herzen glaubte,

Der kennt des Pulses heilige Macht.

Drum wiß, das über Deinem Haupte

Ein treues Vaterauge wacht!«

»Drum füge Dich in Gottes Walten

Und trag Dein Leid getrost und still.

Es muß im Dunkel sich gestalten,

Was er zum Lichte führen will.

Dann bringt der Glaube reichen Segen,

Ob ihn der Zweifler auch verlacht,

Daß über allen Deinen Wegen

Ein treues Vaterauge wacht!«

 

Karl May poetry

fleursdumal.nl magazine

More in: Archive M-N, Karl May


Karl May: Mein Liebchen

may_oldshatterhand

Karl May

(1842-1912)

 

Mein Liebchen

 

Wenn Sorge mich und Unmuth quälet,

Wenn mir’s an Moos im Beutel fehlet,

Wenn mich ein schwerer Kummer drückt,

Das Schicksal mich mit Pech beglückt:

Was ist es dann, wonach ich greife?

I nun! Die liebe Tabakspfeife!

Bei meinen Freuden, meinen Scherzen,

Beim Austausch gleichgesinnter Herzen,

In all’ den traulich frohen Stunden,

Die ich im Freundeskreis gefunden,

Bei meines Glück’s so seltner Reife

Ist stets um mich die liebe Pfeife.

Auf all’ den Reisen, die ich machte,

Wo die Natur mir freundlich lachte,

Auf all’ den einsam trauten Wegen,

Im Waldesgrün, wo ich gelegen,

In Feld und Flur, die ich durchstreife,

Begleitet mich die treue Pfeife.

Sie bleibt mir Braut durch’s ganze Leben;

Ja, sie in Adel zu erheben

Ist wohl ein Leichtes: Das Diplom

Schreibt sie sich selbst durch ihr Arom.

Sie heiße d’rum, ob man auch keife,

Von jetzt an: Edle von der Pfeife!

 

Karl May poetry

fleursdumal.nl magazine

More in: Archive M-N, Karl May


Karl May Gedicht: Die wilde Rose

Karl May
(1842-1912)

Die wilde Rose

Es glänzt der helle Thränenthau
In Deinem Kelch, dem todesmatten;
Du sehnst Dich nach des Himmels Blau
Hinaus aus düstrem Waldesschatten.
Es rauscht der Bach am Felsenspalt
Sein melancholisch Lied.
Hier ists so eng, hier ists so kalt,
Wo nie der Nebel flieht.

Du meine süße Himmelslust,
O traure nicht und laß das Weinen!
Dir soll ja stets an treuer Brust
Die Sonne meiner Liebe scheinen.
Drum schließe Deine Augen zu,
Worin die Thränen glühn.
Ja, meine wilde Rose, Du
Sollst nicht im Wald verblühn!


Karl May Gedicht: Die wilde Rose
kempis.nl = kempis poetry magazine

More in: Archive M-N, Karl May


Thank you for reading FLEURSDUMAL.NL - magazine for art & literature